Nef des fous

La Nef des Fous, le blog de Jean-Pierre Humbert

MON BLOG : … Ma nef pour voyager au long cours en position assise … Le carnet de bord de mes aventures et de mes rencontres picturales … Avec moi, larguez les amarres … Naviguons gaiement, ensemble vers l’inéluctable naufrage

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Jean-Pierre Humbert
Peintre et graveur

article berner zeitung

Abenteuer auf Papier
Romano P. Riedo

Der Maler und Zeichner Jean-Pierre Humbert strotzt von Ideen. Bekannt für seine surrealen Freiburg-Bilder, hat sein Werk viele Facetten, die nur wenig bekannt sind. So druckt und editiert er auch Werke anderer Künstler.

«Als Kind war ich fasziniert von den berühmten Abenteurern, die unter Entbehrungen Neues entdeckten», erinnert sich der Künstler. Nichts deutete damals darauf hin, dass er dereinst seine Abenteuerlust auf Leinwand und Papier ausleben würde, dass er Maler werden und damit eine Familie ernähren könnte. «In der Primarschule hatte ich einen Komplex. Alle andern machten tolle Zeichnungen, nur meine eigenen gefielen mir nicht», gibt er schmunzelnd zu.

Erst ein Lehrer am Collège entdeckte sein Talent. Und weil er in Latein und Griechisch nicht mithalten konnte, brach er die Schule ab und machte (bei Teddy Aeby) eine Grafikerlehre. Schon als 18-Jähriger konnte er ein paar humoristische Zeichnungen in französischen Magazinen publizieren. Nach der Lehre jobbte er jedoch vorerst zwei Jahre als Standbauer an Gewerbeausstellungen. Mit dem Ersparten wagte er dann den Schritt in die Unabhängigkeit.

Erfolg mit Freiburger Sujets

Aber der Erfolg stellte sich nicht einfach ein. «Die ersten Sujets waren psychoanalytisch geprägt und äusserst düster», meint er im Rückblick. Und gibt unumwunden zu, dass er damit seine eigenen Probleme verarbeiten wollte, was beim Publikum nicht gut ankam.

Er versuchte sich auch als politischer Zeichner. Doch die Karikaturen, die er unter anderem für «La Liberté» machte, wurden nie publiziert. «Sie waren den Redaktoren viel zu aggressiv», weiss er heute. Besser lief es mit den surrealistischen Freiburger Bildern, die er zuerst auf Bestellung realisierte. Da fliegt etwa die Kathedrale mitsamt dem Burgquartier auf einem Felsen durch die Lüfte, oder inmitten der historischen Altstadt tun sich Abgründe auf, und darunter brandet das Meer. Damit kam der Erfolg. Als Maler, Zeichner, Grafiker hat er der Unterstadt von Freiburg, ihren historischen Mauern und Gebäuden immer wieder neue Visionen abgerungen.

Hervorragender Drucker

Zu Unrecht wird er jedoch auf diese Motive festgelegt, denn sie machen nur einen kleinen Teil seines Werkes aus. Meist vermischt sich in seiner Kunst Reales mit Fantastischem, Surreales und Zeitkritisches. In plakativen Umsetzungen beschäftigt er sich immer wieder mit existenziellen Fragen, mit Individuum und Kollektiv, mit Mann und Frau, Alltag und Traum. Er bedient sich dabei aller möglicher Techniken, malt in Öl, macht Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle. Bekannt ist er auch als Drucker – nicht nur seiner eigenen Arbeiten.

Im Verlauf der Jahre hat er in seinem Atelier Contraste in eigenen Editionen die Werke von über hundert Künstlern zu Papier gebracht. Gegenwärtig zeigt er in der Gewölbegalerie, die dem Atelier angegliedert ist, neben eigenen Arbeiten neue Werke des renommierten Belgrader Künstlers Zeljko Djurovic. Für seine Edition «Fribourg vu d’ailleurs» hat der serbische Maler zwei Arbeiten geschaffen.

Früher Spitzensportler

Humbert, der früher auch als Basketballer für Olympic Freiburg in der A-Liga spielte, interessiert sich aber nicht nur für traditionelles Druckhandwerk, sondern auch für neueste Techniken. So kann er seit mehreren Jahren die Bilder auch als lichtbeständige Inkjet-Prints ausgeben und präsentiert im Internet unter www.jphumbert.ch sein umfangreiches Schaffen. Zurzeit bereitet er frühe Arbeiten digital auf, um sie zum Teil neu zusammenzusetzen. Im Herbst ist in Freiburg gleichzeitig an drei Orten eine umfassende Retrospektive geplant. Ein kleiner Teil dieser Arbeiten wird vom 17. bis 30. Mai in der Galerie Atrium der Belgrader Stadtbibliothek zu sehen sein.

Article paru dans le Berner Zeitung le 7 mai 2007
http://www.bernerzeitung.ch/artikel_368483.html